Man gab eine Ehe nicht einfach auf, bloß weil man sich veränderte. Aber war es nicht ihr eigenes Leben? Und hatte sie nicht auch ein Recht auf David gehabt?

Mein Schreiben widmet sich der zweiten Lebenshälfte. Ich liebe Figuren, die auf viele Jahre zurückblicken und dennoch vor tiefgreifenden Umbrüchen stehen oder vertraute Gewissheiten neu hinterfragen. Aus dieser reifen Perspektive betrachte ich die Welt – mit all ihren Freiheiten, ihrer Weisheit und ihren Herausforderungen.

Mich faszinieren Momente, in denen das Leben eine Bilanz einfordert – wenn alte Rollen nicht mehr passen, Sicherheiten bröckeln und der Mut gefordert ist, noch einmal ganz neu auf sich selbst zu blicken. Der Entschluss, sich nicht mit dem Status quo abzufinden, sondern Eigenständigkeit und Haltung zu behaupten.

Ich beobachte unsere Zeit und verfasse Essays an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Alltagsrealität. Schreiben ist auch abseits der Fiktion ein Werkzeug, um Genauigkeit im Denken zu suchen und Dinge zu hinterfragen. In meinem Feuilleton finden Sie Reflexionen, detaillierte Analysen und Einblicke in meine literarische Arbeit.
Ich schreibe über das reife Alter, in dem der Blick nach innen wichtiger wird als der Beifall von außen. Ein literarischer Blick auf Menschen in der zweiten Lebenshälfte – mit all ihren Umbrüchen, Widersprüchen und ihrem Eigensinn.
»Aber dass ich nachts wach liege und nicht weiß, wie ich die nächste Lohnzahlung an meine Leute stemmen soll, oder dass ich mich in meinem eigenen Haus wie ein Gast fühle, das ist allein mein Problem.«
Tom Hoffmann